Wie du dein ERASMUS-Semester in Großbritannien planst

Großbritannien ist unter deutschen Studierenden eines der beliebtesten Ziele nicht nur für den gesamten Verlauf des Studiums, sondern gerade auch für ein Auslandssemester mit ERASMUS. Nicht nur wegen der englischen Sprache, die die meisten Studenten bereits gut beherrschen und die es sich lohnt, zu vertiefen, sondern auch aufgrund der international angesehenen Universitäten. Nicht nur die Elite-Universitäten in Oxford, Cambridge oder London sind heiß begehrt, sondern auch Städte wie Aberdeen, Durham, Southampton oder Edinburgh sind beliebte Ziele. Allein im Jahr 2012/13 haben so rund 35.000 deutsche Austauschstudenten einige Monate in Großbritannien verbracht. Vor dem Antritt des Auslandssemesters gibt es eine Reihe an nützlichen Dingen, die man als ERASMUS-Student in Großbritannien wissen sollte.

Das Hochschulsystem in Großbritannien
In Großbritannien gibt es nicht wie in Deutschland die Aufteilung in Universitäten und Fachhochschulen, sondern nur Universitäten. Wer allerdings in Deutschland an einer Fachhochschule studiert und sich dennoch für einen Austausch nach Großbritannien interessiert, kann es auch an den Universitäten probieren, die zum Teil auch praxisorientierte Studiengänge anbieten. Zudem ist zu beachten, dass es in Großbritannien keine Aufteilung des Jahres in zwei Semester, sondern in drei Trimester gibt, die jeweils von Oktober bis Dezember, von Januar bis März sowie von April bis Juni gehen. Der Studienbeginn ist daher in der Regel nur im September möglich.

Finanzielles
Der große Vorteil des ERASMUS-Programms ist, dass für Teilnehmer an diesem Programm die Studiengebühren an der Gast-Universität entfallen. Dies ist gerade in Großbritannien eine enorme Erleichterung, denn gewöhnlich sind die sogenannten „Tuition Fees“ sowohl für Briten als auch für ausländische Studierende an britischen Unis sehr hoch. Durch das ERASMUS-Programm entfallen jedoch nicht nur diese Kosten, sondern dem Austauschstudenten wird zusätzlich ein Stipendium in variabler Höhe, je nach Land und Uni, monatlich ausgezahlt. Gewöhnlich reicht dieses Stipendium allein aber nicht aus, um alle Kosten zu decken, die für das Auslandssemester anfallen, gerade, da die Lebenshaltungskosten in Großbritannien höher sind als in Deutschland. Neben Möglichkeiten wie einer privaten Förderung, einem Stiftungsstipendium oder einem Bildungskredit wird häufig auf die Unterstützung durch das Auslands-BAföG zurückgegriffen. Denn nicht nur jene Studenten, die auch schon in Deutschland BAföG-Förderung erhalten, können auch im Ausland gefördert werden. Gerade, wer in Deutschland kein BAföG erhalten kann, sollte es im Ausland dennoch probieren.

Wohnen in Großbritannien
Was die Wohnsituation während des Auslandssemesters betrifft, gibt es wie in anderen Ländern auch die Möglichkeiten Studentenwohnheim, WG oder Wohnen bei Privatpersonen. Je nachdem, welche Stadt man sich ausgesucht hat, können die Mietpreise allerdings sehr hoch sein. Um sich hohe Wohnungskosten sowie das lästige Suchen zu ersparen, sind daher die sogenannten Halls of Residence, über die jede britische Universität verfügt, eine gute Lösung. Man kommt hier mit anderen britischen und ausländischen Studenten zusammen und hat es in der Regel nicht weit zu den Vorlesungen. Um sich vorab über die dort angebotenen Zimmer zu informieren, empfiehlt es sich, einige Erfahrungsberichte von Studenten aus früheren Jahren zu lesen. Doch nicht für jeden Studenten ist ein solcher Wohnheimsplatz zu haben, gerade, wenn es sich nur um paar Monate handelt. Wer daher außerhalb der Uni eine Wohnung sucht, kann sich dennoch bei den Accommodation Offices der Universität Informationen einholen, die häufig eine Reihe an „Approved Accommodations“ empfehlen können.